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Kaffeeplantagen

An der Sonne, im Wald oder auf dem Schreibtisch – Wo wächst eigentlich Kaffee?

In unserem Artikel über Kaffeeländer haben wir schon erklärt, wo unser Kaffee herkommt. Aber wie genau wächst er da eigentlich? Wir zeigen, welche Arten von Kaffeeplantagen es heutzutage gibt – und verraten, ob der Kaffeeanbau auch in den eigenen vier Wänden klappt.

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Könnten Sie spontan sagen, wie Melonen, Sternfrüchte oder Mangos wachsen? Wir auch nicht. Über den Kaffeeanbau wissen wir allerdings eine Menge. Zum Beispiel, dass Kaffee in über 85 Ländern wächst, er sich nahe am Äquator am wohlsten fühlt und einen ausgewogenen Mix aus Licht, Schatten, Feuchtigkeit und Wärme liebt.

Kaffee ist ... ja, was eigentlich?

Kaffee ist zunächst einmal keine Bohne, sondern eine Pflanze. Diese Pflanze wächst über mehrere Jahre zu einem stattlichen Baum heran – der dann Kirschen trägt, aus deren Samen schlussendlich unser bekanntes Böhnchen entsteht. Oft spricht man auch vom «Kaffeestrauch», denn der Baum wird für eine bessere Ernte stark zurückgeschnitten – und büsst so einiges von seiner Stattlichkeit ein. So viel zur Pflanze im Allgemeinen.

Genauer betrachtet, gibt es natürlich nicht die eine Kaffeepflanze, sondern sehr viele unterschiedliche Arten, von denen wiederum unterschiedliche Sorten existieren. Zu 99 Prozent werden für Kaffeebohnen jedoch Arabica- oder Canephora-Sorten, auch Robusta genannt, verwendet. Und diese präferieren ebenso wenig die eine Anbaumethode.

Gartenanbau: «Welcome to the wild, wild east»

Der Gartenanbau ist die wohl "natürlichste" Form, in der Kaffee wachsen kann. Denn er tut es aus freien Stücken: nämlich wild! Als Paradebeispiel gilt das ostafrikanische Äthiopien - nicht umsonst wird es als Wiege des Kaffees bezeichnet. Der Kaffee wächst hier entweder direkt im Wald oder wird neben Häusern auf kleinsten Plantagen angepflanzt, wo er ungezügelt gedeihen kann.

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Durch die vielfältige Flora und Fauna rundherum wird der Kaffee dabei kaum von Schädlingen befallen, denn die Insekten halten sich als Teil eines grossen Kreislaufs gegenseitig im Schach. Der grosse Nachteil: Dadurch, dass die Bäume kaum oder nur wenig beschnitten werden und auf den industriellen Einsatz von Dünger verzichtet wird, ist die Ertragsmenge entsprechend gering. Durch sogenannte Mischkulturen wie den zusätzlichen Anbau von Früchten kann der Bauer die Erträge steigern.

Schattenanbau: Für Kaffeepflanzen, die sich leicht verbrennen

Die Arabica-Pflanze ist im Gegensatz zur «robusteren» Canephora der Sonne nur mässig zugetan. Deshalb wird sie in den meisten Ländern nicht allein, sondern zwischen anderen Pflanzen angepflanzt – zwischen sogenannten Schattenbäumen. In Frage kommen hierfür beispielsweise Avocadobäume, Bananenbäume oder der Poro, ein klassischer Schattenbaum in Costa Rica.

Diese Bäume sind nicht nur für den Sonnenschutz der Arabica-Pflanzen zuständig. Sie wirken gleichzeitig der Bodenerosion entgegen und spenden mit ihrem Laub natürlichen Dünger. Durch den Schatten wächst die Pflanze aber auch langsamer, weshalb der Ertrag bei dieser Methode ebenfalls etwas geringer ausfällt. Das langsamere Wachstum steigert allerdings auch die Qualität: So hat die Kirsche mehr Zeit, ihre volle Süsse zu entfalten. Und das wirkt sich wiederum positiv auf ihren Kern aus – die spätere Kaffeebohne.

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Sonnenanbau: Die Hitze hat ihre Schattenseiten

Beim Sonnenanbau ist das Gegenteil der Fall: Durch die direkte Besonnung wachsen die Kirschen sehr schnell – weshalb die Ertragsmenge hoch ausfällt. Hinzu kommt, dass die Kaffeesträucher dicht nebeneinander gepflanzt werden können – es stehen ja keine Bäume dazwischen.

Diese Art der Monokultur hat aber durchaus ihre eigenen Schattenseiten: Durch die fehlende Biodiversität sind die Kaffeepflanzen anfälliger für Schädlinge, sie sind auf Düngemittel angewiesen, und die Plantagen haben mit Bodenerosion zu kämpfen. Für diese Art des Anbaus werden hauptsächlich die wärmebedürftigen Canephora-Pflanzen und einige neue Arabica-Kreuzungen verwendet.

Terrassenanbau: Botox für den Kaffeebaum

Beim Terrassenanbau wird eine ganz eigene Technik angewendet. Wie der Name schon sagt, werden die Kaffeebäume hier wie in einem Amphitheater treppenartig angelegt. Das Besondere? Die Bäume werden alle drei Jahre zurückgeschnitten.

Zwar muss man sich etwas bis zur nächsten Ernte gedulden, doch dafür fällt der Ertrag um ein Vielfaches grösser aus. Der Rückschnitt wirkt nämlich wie eine wahre Verjüngungskur! Er fördert die Blütenbildung der Pflanze – und somit die Produktion der Kaffeekirschen.

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Heimanbau: So passt Afrika ins Wohnzimmer

Für den Heimanbau sind aber weder Terrassen noch Avocadobäume oder ein Umzug nach Brasilien nötig. Schafft man für seine Pflanzen eine wohltemperierte Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, ausreichend Helligkeit und regelmässiger Bewässerung, klappt der Anbau auch in den eigenen vier Wänden. Man muss eben nur wissen, wie man der Kaffeepflanze die Äquatornähe vorgaukelt.

Wir haben es übrigens schon geschafft und sind in der Schweiz fleissig am Züchten. Jetzt müssen nur noch einige Jahre ins Land ziehen, bis unsere Office-Pflanze ihren ersten Kaffee abwirft. Und in der Zwischenzeit? Heisst es abwarten – und Café Royal trinken.