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Herkunft

Die Kaffeeländer im Check

Unser täglicher Kaffee ist ein wahrer Kosmopolit – Wir zeigen, in welchen Ländern er angebaut wird

Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem kein Kaffee getrunken wird. Ein alter Hut, schliesslich ist er eines der wichtigsten Exportgüter überhaupt. Viel überraschender ist, dass man seine Wurzeln in über 85 Ländern finden kann!

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Wenn man Leute auf der Strasse nach der Herkunft ihrer täglichen Dosis Kaffee fragte, würden die meisten wohl an Afrika denken. Immerhin zeigt uns das die Werbung. In den Hauptrollen: Kaffeebäuerinnen mit bunten Kopftüchern, ein paar vereinzelte Giräffchen und eine über allem stehende Sonne.

Afrika, das Mutterland des Kaffees

Fakt ist, dass Afrika die Wiege des Kaffees ist. Genauer gesagt: Äthiopien. Hier sollen sich schon vor über 1’000 Jahren die Hirten mit einer Art selbst gemachtem Energieriegel aus Kaffeesamen, Fett und Gewürzen wach gehalten haben – heutzutage würde man das Paleodiät nennen. Ein Mythos besagt weiter, dass die Entdeckung des Kaffees mit auffällig überdrehten Ziegen aus Kaffa einhergehe. Und nach neuesten Studien soll auch der Südsudan ein Recht auf den Titel haben. So oder so, Afrika ist und bleibt das Mutterland allen Kaffees.

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Was ist eigentlich der «Kaffeegürtel»?

Aber die «Kaffee-Mutter» hat viele Töchter und Söhne bekommen. Mittlerweile wird in über 85 Ländern der Welt Kaffee angebaut – wir allein beziehen ihn aus über 20 Ländern. So findet man das braune Gold nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und Ozeanien, in Süd- und Mittelamerika sowie in Nordamerika und sogar in der Karibik. Bedingung für das Gedeihen der Pflanze ist die Nähe zum Äquator – und diese gute Lage wird im Volksmund auch «Kaffeegürtel» genannt. Liegt ein Land zwischen dem 23. nördlichen und dem 25. südlichen Breitengrad, sind die klimatischen Verhältnisse für den Kaffeeanbau optimal. Die zarten Pflänzchen brauchen nämlich ein wohltemperiertes, feucht-trockenes Wechselklima. Extreme Hitze oder gar Frost machen ihnen hingegen zu schaffen. Weitere wichtige Faktoren für den Anbau sind grössere Höhen, halbschattige Plätze, moderater Niederschlag und mässige Winde: also von allem etwas, aber nie zu viel!

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Die Top fünf der grössten Kaffeeländer

Aus welchen Ländern kommt unser Kaffee aber genau? Geht es nach dem Weltmarkt, dann eher nicht aus Hawaii, Australien oder Kuba. Auch sie bauen Kaffee an, gelten aber eher als Exoten. Hier lohnt sich der Blick auf die fünf grössten Player weltweit. Dabei fällt auf: Gerade mal einer von ihnen stammt aus Afrika – nämlich Äthiopien. Hier wachsen die Arabica-Kaffees noch wild. Und das in einer immensen Vielfalt, die zum Teil noch nicht erforscht ist. Zwar ist Kaffee der wichtigste Rohstoff im Land – rund 15 Millionen Menschen leben von ihm –, aber trotzdem schafft es das vermeintliche Ursprungsland des Kaffees «nur» auf Platz fünf. Platz vier ergattert Kolumbien mit seinen vollen und körperreichen Kaffees. Seine Berge schaffen viele Mikroklimas, die wiederum für eine extrem reiche Palette von unterschiedlichen Noten sorgen und Kaffeekäufer aus aller Welt anlocken.

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Laut Weltmarkt ist Brasilien Kaffeekönig

Mit gleich drei ertragsreichen Anbauregionen (Sumatra, Sulawesi und Java) liegt Indonesien auf Platz drei der Weltrangliste. Es war das erste nicht afrikanische Land, das Kaffee in rauen Mengen anbaute. Heute bringt es den wohl bekanntesten, wenn auch eigentümlichsten Kaffee hervor – den Kopi Luwak, der auch als «Katzenkaffee» bekannt ist. Mittlerweile kann man diesen auch im Nachbarland Vietnam finden – dem mit 14 Prozent Weltmarktanteil zweitgrössten Exporteur. Neben dem exotischen «Katzenkaffee» in Kleinauflage werden in Vietnam aber überwiegend Canephora-Bohnen (umgangssprachlich «Robusta») angebaut.

Und Platz eins? Der macht sich im «Kaffeegürtel» so breit, dass es fast kein Wunder ist: Brasilien! Über 35 Prozent des Weltmarktes gehen auf seine Kappe. Fällt hier der Preis, dann kippt er auch an allen anderen Orten. Kurioserweise wird hier im Gegensatz zu den meisten Anbauländern die Hälfte des erzeugten Kaffees selbst verzehrt. Vielleicht findet man auf den Strassen Brasiliens deshalb keine Pärchen, die einen gemütlichen Walzer tanzen. Natürlich nur reine Spekulation.

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Kaffee ist so bunt wie das Land, aus dem er stammt

Aber ob Exot oder Kaffeeriese, ob Honduras oder Haiti – jedes Land, ja sogar jede Region innerhalb eines Landes, weist ihr eigenes charakteristisches Kaffeegeschmacksprofil auf. Auch die Aufbereitung, der Anbau und die Kaffeesorte im jeweiligen Land spielen dabei eine tragende Rolle. Während Kaffee aus Indien mit seinen vollen und säurearmen Kaffeebohnen gerne für Espressoröstungen verwendet wird, schätzt man die weichen, floralen Noten aus Ruanda eventuell eher in einem Filterkaffee. Im Endeffekt ist sowieso alles Geschmackssache. Gut zu wissen, dass es über 85 Länder gibt, durch die wir uns probieren können.